back in business

Es gibt ein paar nicht verhandelbare Naturgesetzte. Z.B. den Energieerhaltungssatz, das universelle Speedlimit von c, oder das Grundgesetzt aller menschlicher Beziehungen: „die Hölle, das sind die anderen“.

Während diese Konstanten präzise ausdrückbar sind, fallen mir zu dem Grundsatz, den ich hier ausdrücken will, mindestens 2 passende Formulierungen ein:

  • beige ist keine Farbe, beige wird’s von allein
  • von nix kommt nix
  • älter, schwerer und dümmer werden wir von alleine

Das Hauptaugenmerk lege ich dabei auf das dritte Attribut im dritten Punkt. Natürlich habe ich im Urlaub nicht asketisch gelebt. Und natürlich hat das seinen Effekt auf der Waage gezeitigt. Zum Glück nicht so schlimm wie befürchtet. Also kein Grund, die Flinte frustriert ins Korn zu werfen. Vielmehr gilt: Helm enger schnallen (Gürtel leider etwas weiter) und nach vorne schauen. Allein: was sehe ich vorne? Silkes Geburtstag,Besuch in der PW-Kantine, unsere Reise nach Krakau. Allesamt nicht gerade Ereignisse, die nach Diät schreien!

dehoam is dehoam

Seit ca. 2 Stunden sind wir wieder hier in Lindenberg. Unsere erste „Heimkehr“ nach einem (echten) Urlaub. Und tatsächlich: es hat sich für mich wie ein Nachhausekommen angefühlt. Damit bin ich jetzt wohl ganz offiziell ein „Allgäuer Kurpfälzer mit Kölsch-Hintergrund“.

Zur Fahrt: die endete, wie sie begann: in der dicken Suppe. Dazwischen lag allerdings ausschließlich Kaiserwetter, traumhafte Alpenpanoramen und knackige Kehren. Ok, nicht ganz ausschließlich: da war auch noch das Inntal, die Straße gewordene Hölle für all die Sparbrötchen, die die österreichische Maut prellen wollen – aber auch das haben wir geschafft. Birgit, zum Glück, größtenteils im Schlummer-Zustand, so musste ich mich nicht rechtfertigen, daß mir die Vermeidung dieses 140 km Stop and Go die aufgerufenen 10 EUR nicht Wert waren. Aber man(n) hat schließlich seine Prinzipien.

Leider ist es mir doch nicht gelungen, mich in’s Ötztal zu verfahren und diesen Irrtum erst in Rom zu bemerken. Stattdessen ging’s ganz brav nach Imst und von dort über’s Hahntenjoch ins Lechtal. Das Wetter machte auf jeden Fall Spaß, die Kehren auch. Wobei: auf 2 Rädern, oder zumindest mit unserem Elektro-Vehikel, hätte die Kurvenräuberei sicher 16 bzw. 8% mehr Spaß gemacht als mit unserem Klein-LKW. Dafür empfand ich eine tiefe innere Entspanntheit: weder musste ich mir über unmotiviertes Verlassen der Fahrbahn (mit anschließendem ADAC-Transport für Ross und Reiter, Operation und Krankengymnastik), noch um unmotiviertes Liegenbleiben fernab der nächsten Steckdose Gedanken machen.

Zuhause erwartete uns zwar ein eher frostiger Empfang, der das Zuhause-Gefühl aber nicht wirklich zu mindern vermochte. Außerdem bollert der Kessel mittlerweile ordentlich und so langsam dringt eine Anmutung von Wärme in unsere Glieder.

Roundup zu gestern: ersten kommt es anders … Schade, das fest von mir eingeplante Abschieds-Schnitzel war uns (mir) nicht vergönnte. Das erste angefahrene Lokal hatte genau so geschlossen wie das zweite zu. Das dritte hingegen hatte einen außerordentlichen Ruhetag. Außerdem war mittlerweile auch die gesetzliche Ladenschlusszeit (19:15 Uhr – wer kommt denn bitte auf sowas?) verstrichen.

Schlecht: wir waren hungrig. Sehr schlecht: wir hatten nichts mehr zum Kochen in der Unterkunft. Am schlechtesten: darunter litt zeitweise auch die partnerschaftliche Umgangsform.

Was bleibt uns in unserer Verzweiflung? Etwa doch zum Schachtelwirt?

… und zweitens als man denkt! Gut: die Öffnungszeit für an Tankstellen angeschlossene Läden ist 20:00 Uhr. Sehr gut: das Angebot dieser Verkaufsstellen ist einigermaßen akzeptabel, die Preise übrigens auch. Am besten: wir können auch mit bescheidenen Mitteln ein Mahl zaubern, das Bauch und Seele füllt und uns eventuelle Zwistigkeiten vergessen lässt.

das ende (des urlaubs) naht

Mein wunderbarer Mann nötigte mich ein wenig, hier noch einige Worte beizutragen. So denn: die Reise endet morgen auf dem Weg nach Hause und eine wichtige Erkenntnis nehme ich mit: wir wohnen in einer äußerst schönen Landschaft so nahe an den Bergen, durchaus vergleichbar mit diesem Ort mitten in den Alpen.

Es waren gelungene zwei Wochen Urlaub. Manchmal macht es ja auch die Mischung: erst intensive Tage in der Großstadt Wien, gefolgt von wunderbar ruhigen Tagen am Berg mit gigantischem Ausblick auf den See und weitere Berge. Die Zeit gefüllt mit allerhand Nichtstun, Saunieren, Löcher in die Luft schauen, sonnen und die Welt Welt sein lassen. Durchbrochen von wenigen Ausflügen, die Alle kurz genug und schön genug waren, das viele Nichtstun zu unterbrechen. Und zu guter letzt gehen wir heute auch noch Essen, statt zu kochen und dies einfach, weil wir es so wollen! Entsprechend ist mir diese Woche eine Kleinod an Luxus gewesen. Nicht weil sie besonders teuer gewesen wäre (billig war sie auch nicht), sondern, weil sie geprägt war von der Abwesenheit jeglichen Zugzwangs.

So kann ich mich morgen gut auf den Heimweg machen und den Alltag wieder willkommen heißen, der mir zeitlich, inhaltlich und kräftemäßig sicherlich weiterhin viel abfordern wird.

Dieser Alltag findet übrigens in sehr reizvoller Landschaft statt. Ich nehme mir vor, davon mehr wahrzunehmen. Am liebsten durch: auf der Terrasse sitzen, allerhand Nichts tun und viele weitere Löcher in die Luft schauen. Vielleicht wird auch der ein oder andere Spaziergang dabei sein …

auf der suche nach dem verlorenen ohr

So, heute nimmt auch dieser Urlaub ein Ende. Morgen früh heißt’s Köfferchen packen, verladen und ab in die Heimat. Rückblickend muss ich sagen, daß der Urlaub, insbesondere der zweite Teil, viel, viel, viel viel besser war, als erwartet. Im Vorfeld schrieb ich nicht nur in dieser Publikation, sondern erzählte auch jedem, der es hören wollte (und den anderen auch), daß es mir ein wenig vor 7 Tagen in einer Gegend, in der sich Fuchs und Has‘ darum streiten, wer den schönsten Arsch der Welt hat, graut. Aber was soll ich sagen? – schön war’s. Auch wenn ich die hochtrabenden Worte meiner reizenden Reisebegleitung vom „Weg zu sich selbst“ nicht ganz zu teilen vermag, so fühle ich mich doch einigermaßen ausgeruht und voller Energie für die Dinge, die da so ins Haus stehen.

Trotzdem: wie immer am Ende einer Reise überkommt mich ein gewisser Blues, der sich aus einem Nachtrauern der vergangenen und einer gewissen Furcht vor den kommenden Zeiten zusammensetzt. Das ideale Antidot gegen diese Post-Reise-Melancholie wäre sicher, einfach das Reisen fortzusetzen. Doch gegen diesen Ansatz sprechen so schnöde Dinge wie Geld verdienen und/ oder „keep the customers satisfied“. Außerdem befürchte ich, ich könnte mich mit Birgit nicht wirklich einigen: während ich vorschlage, daß wir auf dem morgigen Heimweg einfach an irgendeiner Kreuzung falsch abbiegen und unseren Irrtum erst in Sarajewo, Sophia oder Istanbul bemerken, äußert sie, daß bei ihr der Erholungsprozess gerade erst so langsam einsetzt und sie durchaus noch 2 bis 3 Wochen so weitermachen könnte.

Zu unserem letzten (vollen) Urlaubstag: eigentlich war für heute das gleiche wie gestern geplant: in unserem Appartement bleiben, essen, trinken, saunieren, koitieren, Löcher in die Welt gucken. Da ich aber, wie oben beschrieben, das Möbel-Hüten durchgespielt habe, musste ich heute nochmal „raus“. Dafür, daß Birgit mich begleitete, bin ich ihr echt dankbar, schließlich setzte ihr die Migräne doch sehr ordentlich zu.

Kössen war mein auserkorenes Tagesziel. Die Entfernung dorthin beträgt ca. 60 Kilometer, oder aber etwa 40 Jahre. Den Oliver des Jahres 2024 würde ich als weltgewandten Traveller bezeichnen, der schon viel von der Welt gesehen hat. Nicht ohne Stolz behaupte ich, außer in der Antarktis auf allen Kontinenten schon mal Durchfall gehabt zu haben. Ok, Afrika zählt nicht so ganz richtig, das waren nur 10 Tage in Marokko, aber ein gepflegter Dünnschiss in den exotischeren Regionen des Schwarzen Kontinents ist für das Jahr 2025 fest eingeplant. Das hat auch den, partnerschaftlich nicht ganz unerheblichen, Vorteil, daß ich Birgit nicht zwinge, entlang der ganz persönlichen „Ölspur“ meines Lebenswegs zu reisen.

Heute waren wir aber noch einmal exakt auf dieser Ölspur unterwegs. Allerdings nicht auf der Ölspur des Travellers Oliver 2024, sondern auf der des 7, 8, 9 oder 10-jährigen Kurpfälzers aus ärmlichen, damals aber immerhin noch nicht zerrütteten Verhältnissen. Ich bin mir sicher, daß wir damals von „Urlaub“ redeten, obwohl mir heute der Ausdruck „Sommerfrische“ irgendwie passender vorkäme. Die offizielle Rubrik, in der das Fremdenverkehrsamt unsere damalige Unterkunft im Zimmernachweis aufführte, war „Ferien auf dem Bauernhof“. Ich erinnere mich noch gut an die Faszination: eine endlos lange Autofahrt in unserem alten Datsun, und dann die genauso endlos in den Himmel aufragenden Berge. Ich weiß noch genau, wie mir meine Mutter damals die Unendlichkeit erklärte: „schau dir den Wilden Kaiser an. Stell dir ein Vöglein vor, das alle 1.000 Jahre vorbeikommt, um seinen Schnabel daran zu wetzen. Wenn der Berg davon komplett abgetragen ist, ist eine Sekunde der Unendlichkeit vergangen“.

Außerdem erinnere ich mich an eine Wanderung auf das Unterberghorn. Heute wird diese Route nur „erfahrenen Wandern“ empfohlen, wäre also wohl nur was für Birgit. In m einer Erinnerung haben wir den Gipfel damals mit mir als 3-Käse-Hoch (und 5-Käse-Breit) und meinem Bruder im Kinderwagen gestürmt. Kann aber durchaus auch sein, daß ich da was durcheinander bringe. Vielleicht kann ich das ja mal anhand der Bilder, die meine Mutter noch haben müsste, klären.

Und daran, daß ich im Gastgarten des Lucknerhofs feststellen musste, daß ich den Geschmack von Cola nicht mag (woran sich bis heute nichts geändert hat). Und an die Fahrten mit dem Unterberghorn-Sessellift, auf das Plateau, von dem aus die Drachenflieger gestartet sind. Ich denke, dort ist damals in mir der Wunsch entstanden, irgendwann mal selbst fliegen zu können. Dabei muss ich aber gestehen, daß den „Cessna-Fahrer“ Oliver 2024 wahrscheinlich keine 10 Pferde dazu bewegen könnten, sein Leben so einem fliegenden Taschentuch anzuvertrauen.

Cut! zurück ins hier und jetzt. Unseren damaligen Ferien-Bauernhof gibt es nicht mehr, dort steht jetzt ein Ferienwohung-Komplex. Immerhin sinnverwandte Nutzung. Mit dieser Erkenntnis schwand allerdings die Hoffnung, das, anno 1980(?) verlustig gegangene zweite Ohr meines (Stofftier-) Affens wiederzufinden, vollends. Den Lucknerhof gibt es zwar als Gebäude noch, ist aber „lost“. Wäre zu verpachten, allerdings muss ich da wohl noch etwas Überzeugungsarbeit bei Birgit leisten. Ich persönlich könnte mich gut als Hofherr und Schankwirt vorstellen.

Den Unterberghorn-Sessellift gibt es noch, ist aber laut Google „vorübergehend geschlossen“, was auch immer das bedeuten mag. Und Drachenflieger haben wir auch keine gesehen. Tempus Fugit – as time goes by. Also denn: auf zurück in die Zukunft, ins hier und jetzt und zu unserem letzen (vollen) Urlaubstag.

hier (bzw. dort), auf jeden fall aber heute

Das mit der instagramablen Darstellung meiner Speisen muss ich definitiv noch üben. Im obigen Bild habe ich wahrscheinlich 997 der 1.000 schlimmsten Fehler vereint: Ausschnitt, Belichtung, Schattenwurf und 994 weitere. Zu meiner Entschuldigung: ich kam mir mit meinen Trecking-Schuhen, den, nur ganz leicht fleckigen, Jeans und meinem Japan-Comic-Shirt im feinen Café Sacher ohnehin schon reichlich deplatziert vor. Da wollte ich nicht noch weiter durch penibles Inszenieren meiner Nahrungsaufnahme als Person auffallen, die für gewöhnlich nicht in solchen Etablissements frequentiert (habe es nachgeschlagen: diese transitive, nicht-passivische Nutzung des Verbs „frequentieren“ gilt zwar als veraltet, ist aber korrektes Deutsch). Allerdings hätte ich nur ein paar Minuten warten müssen, um diesen Bedenken zu verscheuchen. Denn da erkannte ich: seine Nahrungsaufnahme, zumal an diesem Ort, nicht penibel zu inszenieren, ist mindestens genauso altmodisch wie die transitive, nicht-passivische Nutzung des Verbes „frequentieren“.

Nun denn, dann gebe ich meine Karriere als Food-Fluencer halt auf, bevor sie begonnen hat. Doch blenden wir ein paar Tage zurück. Anmerkung: aktuell bin ich mit meinen berichten „à-jour“, doch dieser Ausdruck ist wahrscheinlich so veraltet wie die transitive, .., ach, lassen wir das. Auf gut Deutsch: ich bin up-to-date, heute im Bericht ist heute im jetzt und hier. Hier ist immer noch Zell am See, bzw. das „hier“, um das es hier gehen soll, ist dort in Salzburg. Und ganz konkret die hiesige/ dortige Dependance des Hotel Sacher. Nachdem uns in Wien die Schlange bis zur Torte definitiv zu lang war, bekamen wir hier (also dort) sofort unseren Platz zugewiesen. Und was soll ich sagen: die Torte war ebenso süß wie die Preise gesalzen. Beides sicher ein guter Grund, daß dieser Genuss ein „once in a lifetime“ bleibt. Umso ärgerlicher, daß ich diesen einmaligen Moment der Nahrungsaufnahme nicht penibel zu inszenieren vermochte. Aber was soll’s, nicht hadern!

Außerdem: wir können immerhin einen Punkt von der Liste der Dinge, die wir in Wien nicht gemacht haben, streichen. Bleiben nur mehr:

  • Riesenrad fahren
  • sich mit einer Kugel mittels einem Gummiseil senkrecht 90 Meter in die Luft schiessen lassen (nur Birgit)
  • das Hundertwasser-Haus besuchen (konkret: den Trakt, den wir nicht bewohnten)
  • echtes Wiener Schnitzel essen (Backfleisch giltet nicht)
  • die Donau beschippern
  • … 991 weiter sträfliche Unterlassungen für jeden waschechten Traveller

eine etwas andere perspektive

bieris

kapitel 2: salzburg, mozarts geburtshaus (rückseite) – oktober 2024

kapitel 1: wien – oktober 2024

die welt vor unserem fenster

So, mittlerweile haben wir unseren dritten Tag hier in Zell am See bereits erfolgreich hinter uns gebracht.So richtig viel zu erzählen habe ich nicht. Unsere Ferienwohnung liegt in etwa auf Platzrundenhöhe des hiesigen Flugplatzes. Der See erstreckt sich vor unserer Nase, dahinter bildet der Großglockner eine imposante Kulisse. Das Appartement ist stilvoll eingerichtet und hat, wie schon erwähnt, einen erstklassigen Ausblick. Außerdem gibt es eine private Sauna. Alles in allem genug Gründe, das hiesige Möbel zu hüten. Und genau das haben wir die letzten beiden Tage auch getan. Wobei ich zugeben muss, daß die Aufmerksamkeit beim Hüten, insbesondere bei mir, bisweilen durch den Genuss geistiger Getränke etwas eingeschränkt war. Wobei: ein kühles Blondes in einer heißen Sauna, das hat schon was erbauliches.

Heute stand dann erstmals die Erkundung der näheren Umgebung auf dem Plan. Wobei der Begriff „näher“ hier definitionswürdig ist. So ist z.B. der Ortskern von Zell am See hier ziemlich nahe. Zumindest bei einer 2-dimensionalen Betrachtung. Erwähnte ich schon, daß wir hier ziemlich genau auf Platzrundenhöhe sind? (für die Fußgänger unter der geneigten Leserschaft: üblicherweise verläuft die Platzrunde in 1.000 Füßen über Grund).

Ich musste meiner reizenden Reisebegleitung versprechen, daß ihr naßforsches Ignorieren eines Warnschildes und die anschließende Erkenntnis, daß sie eindeutig mehr abgebissen hat, als sie schlucken kann, in diesem Bericht keine Erwähnung findet. Dann sei dem auch so! Nur soviel vielleicht dann doch: mit Geduld, gutem Zureden und gehaltenen Händchen hat der Abstieg dann doch funktioniert.

Den Rest des Mittags haben wir dann an dem Ort verbracht, den ich hier am besten kenne: Lima-Oscar-Whisky-Zulu. Hier abschließend noch ein paar Impressionen:

Nachtrag: mittlerweile haben wir festgestellt, daß wir die letzten/ einzigen Gäste in diesem Etablissement sind. Personal gibt es sowieso keines, Thema „Contactless Checkin“ (eine der wenigen positiven Errungenschaften der Corona-Ära). Zu den nächsten Nachbarn ist es nicht weit (2-dimensional betrachtet, sagte ich schon das mit der Platzrundenhöhe?). Irgendwie muss Birgit jetzt den Gedanken an „Shining“ aus ihrem Kopf bekommen.

schluss mit lustig!

Heute ist schon übermorgen, und wir sitzen mittlerweile hoch über der Platzrunde von Zell am See, aber das ist Thema eines der nächsten Beiträge. Heute beschäftigen wir uns mit vorgestern, unserem letzten Tag in Wien. Wie schon verschiedentlich geschrieben, hatten wir die ersten 2 Tage vollkommenes Wetter-Glück. Kaiser-Wetter. Oder: wenn Engel reisen …. Am Dienstag, dem Tag des Übersiedelns ins Hilton, zeigte die Stadt ein ganz anderes Gesicht: die sommerhaft-heitere Leichtigkeit wich, quasi über Nacht, einem gewissen Herbst-Blues. Anders auf jeden Fall, melancholischer. Aber keineswegs schlecht. An dieser Stelle könnte der Satz mit dem schlechten Wetter und der schlechten Kleidung kommen – tut er aber nicht. Und zwar deshalb, weil er schlichtweg falsch ist. Die richtige Version lautet: es nützt das schönste Wetter nix, wenn’s regnet. Und genau das hat es an unserem letzten Tag in der Stadt getan. Zwar nur ein Mal, dafür aber den von früh bis spät. So fiel es uns nicht sonderlich schwer, den ganzen Tag die Möbel des Herrn Hilton zu hüten.

Ach ja, Hilton. Heute (also vorgestern) war nicht nur unser letzter Tag in Wien, es wird vermutlich auch unser letzter Aufenthalt in einem Haus dieser Kette gewesen sein. Da werde ich doch glatt etwas wehmütig. Gerne denke ich an Istanbul zurück, an die Suite mit Bosporus-Blick und die Lounge, die von morgens 7 bis 11 Uhr abends lokale und internationale Spezialitäten in fester und flüssiger Form bereithielt. Einziger Nachteil: das Angebot und das Ambiente war so verlockend, daß ich erschreckend wenig von der Stadt gesehen habe. Und dann waren da noch die 2 Aufenthalte in Bangkok. Die Cocktails zur Blauen Stunde in der Roof-Top Bar. Ach Kinners, wat war dat schön!

Daneben habe ich auch hotelleriemäßiges Mittelmaß erlebt: das Haus in Dresden hatte zwar eine absolut erstklassige Lage, direkt an der Frauenkirche. Und es hatte durchaus Oberklasse-Intentionen. Das Problem war aber, daß es aus den letzten Tagen der DDR stammte (wurde wohl, kurz vor dem Mauerfall, als Inter-Hotel eröffnet). Das führte zwar zu einem gewissen Retro-Charme, der reicht aber halt nicht für ein Spitzen-Hotel.

Und dann war da noch unsere Übernachtung im Nappa Valley. Die Unterkunft war mit keinem der oben genannten Hotels vergleichbar, was aber hauptsächlich daran liegt, daß die Marke Hilton in den USA ganz anders aufgestellt ist: die Stammhäuser sind dort eher solider Durchschnitt, wer’s luxuriöser will, muss in den, ebenfalls zum Konzern gehörenden, Conrad oder Waldorf-Astoria Häusern absteigen.

Und ein einziges Mal habe ich bei Hilton so richtig ins Klo gegriffen, sozusagen bis zum Klärwerk. In Barcelona. Wobei ich denke, daß da weder die Stadt noch das Hotel schuld waren. Es war Corona-Hochsaison und ich war froh, auf meiner Pyrenäen -Tour überhaupt ein Dach über dem Kopf zu finden. Trotzdem war ich ziemlich enttäuscht, daß die Lounge geschlossen hatte und ich, statt des legendären Büffets, mit eingeschweißtem Einfachst-Frühstück (pappige Brötchen, steinharte Butter, Marmelade (eine Sorte), und, als Highlight: eiskalter, viel zu dick geschnittener Räucherlachs) vorlieb nehmen musste. Und das ganze an einem Tisch für mich alleine (was kein Problem war) und in einer Blickrichtung mit den anderen Insassen, pardon, Gästen. Ein schlimmer Aufenthalt, eine schlimme Zeit!

Eine Sache, an die ich mich bei jedem einzelnen Hilton-Aufenthalt auf jeden Fall gerne erinnere, ist der Preis: 0 EUR, bzw. 0 Bath (Bangkok), 0 Lira (Istanbul) und 0 Dollar (USA). Wie sowas funktioniert? – leider garnicht mehr 🙁 Wie es funktioniert hat: Hilton-Kreditkarte beantragen und das Geld fleißig „Reitschul‘ fahren“ lassen. Mal eben 5 kEUR via Kreditkarte auf’s Revolut-Konto laden, das gibt Punkte, mit denen man, wenn man genügend davon hat, die Übernachtung zahlen kann. Immer schön drauf achten, daß das Geld wieder zum Ausgangspunkt zurückfindet, aber nicht auf direktem Weg, das fiele auf. Und auf zur nächsten Runde. Wer will nochmal, wer hat noch nicht? Wenn man dann 20 kEUR Umsatz „gereitschult“ hat, bekommt man den Diamond-Status. Dann kann man (mit den gereitschulten Punkten) das billigste Zimmer buchen, das Upgrade ist sogut wie sicher, das Frühstücksbuffet und der Lounge-Zugang sind sicher. Der Teufel sch**** halt auf den größten Haufen. Richtiger: man konnte buchen, die Privilegien waren sicher und der Teufel schi***.

Daß mit diesem Geschäftsmodell kein Geld zu verdienen war, erkannten irgendwann auch die Hotelketten und Kreditkarten-Herausgeber, so daß seit Ende September gilt: game over, rien ne va plus. Schade, aber immerhin: die Erinnerungen nimmt uns keiner.

same, same – but different

Natürlich habe ich den Wink mit dem Zaunpfahl verstanden. Ich nehme das meiner reizenden Reisebegleiterin auch keineswegs übel. Schließlich habe ich mich selbst in einem der vorvergangenen Beiträge als „bekennenden Banausen“ bezeichnet. Und ja, die Sitze waren zu unbequem, die Musik (zumindest die Mozart-Symphonien) zu wenig eingängig und die Kappelle zu affig. Nichtsdestowenigertzrotz: wir sind in Wien, da gehört das halt dazu!

Die bekritelten Schwächen und Unzulänglichkeiten des Orchesters und des Solisten habe ich natürlich auch bemerkt ;-), hätte sie aber niemals in so konzise Worte packen können, wie meine Vorrednerin das zu tun vermochte.

Scherz beiseite, in den Worten oben steckt ebensoviel Wahrheit wie Parodie: ja, die Sitze waren (mir) wirklich zu unbequem und das Orchester (zumindest stellenweise) zu affig. Gleiches gilt übrigens auch für das extra für diesen Abend herausgeputzten Auditorium aus aller Herren Länder. Und nein, ganz davon abgesehen, daß ich nicht mal weiß, was eine Oktave ist, habe ich auch nicht bemerkt, ob selbige getroffen wurde – oder eben nicht.

Einschub: beim Durchlesen der Worte oben merke ich, daß die mir sprachlich zwar einigermaßen gelungen vorkommen (was die letzten Tage beiweitem nicht immer der Fall war), inhaltlich aber zumindest repetetiv, wenn nicht gar ein Zirkelschluss sind. Das mag auch an meinem ganztägigen Aufenthalt in der hiesigen Lounge (kombiniert mit dem Angebot geistiger Getränke) liegen. Aber davon mehr im morgigen Beitrag dort über den heutigen Tag hier. – Einschub Ende.

Lange Präambel, kurzer Beitrag: das füssische Übersiedeln war anspruchsvoll, die Koffer, Taschen und Rucksäcke (mal wieder) sackrig schwer. Das Zimmer war noch nicht bereit, also mussten wir warten, was wir immerhin in der VIP Lounge tun durften. Das war (wahrscheinlich) das letzte Mal, daß uns dieses Privileg zu Teil wurde, doch dazu dann morgen (heute) mehr (…vadammte Kackscheiße, schon wieder eine Wiederholung!).

Bleibt mir nur noch eines festzuhalten (und sogar das ist (teilweise) repetetiv): die Wiener Stadtstadt hatten wir schon an unserem ersten Tag erkundet. Bei Kaiserwetter. Es ist wirklich schwer beeindruckend, wie sich, über Nacht, der Charakter einer Stadt verändern kann. Wie bei aquarelliertem Sonnenschein, Wien fest im Griff des herbstlichem Blues: same, same – but very different!